27.03.2012

Heliocentris: Erwarten dieses Jahr eine Verdreifachung des Umsatzes

Heliocentris: „ Erwarten dieses Jahr eine Verdreifachung des Umsatzes“

Mit dem zweiten Großauftrag des Telekommunikationsdienstleisters „DU“ aus den Vereinigten Arabischen Emi- raten ist Heliocentris, der Berliner Spezialist für Energieeffizienz- und autonome Stromversorgungslösungen, einen weiteren Schritt in der Marktdurchdringung vorangekommen. financial.de hat den CFO Dr. András Gosztonyi befragt, wie er diesen zweiten Großauftrag für die weitere Entwicklung von Heliocentris einschätzt. 

financial.de: Herr Dr. Gosztonyi haben Sie erwartet, dass der zweite Auftrag so schnell kommt?

Dr. Gosztonyi: So wie unsere hybridisierten Basisstationen einer nach dem anderen live gingen, sahen wir die wachsende Begeisterung des Kunden. Die erzielten Einsparungen liegen deutlich über den Erwartungen, obwohl diese mit 50% schon nicht niedrig waren. Wenn man diese Performance sieht und den dahinterliegenden Business Case mit über 20% Kapitalrendite pro Jahr, dann ist es verständlich, dass unser Kunde mit einer Ausweitung des Rollouts nicht warten wollte.

Dabei sollte man aber bedenken, dass wir mit dem zweiten Auftrag erst insgesamt über 100 Basisstationen von „DU“ reden. Sie verfügen als zweitgrößter  Mobilfunkanbieter in den Emiraten natürlich über ein Vielfaches dieser Zahl an Stationen. Entsprechend hoffen wir, hier erst den Beginn einer engen und profitablen Partnerschaft zu sehen.

financial.de: Was ist an Ihren „Genset Efficiency“ Lösungen im Vergleich zur Konkurrenz innovativ?

Dr. Gosztonyi: Unsere „Genset Efficiency“ Lösung hybridisiert Dieselgeneratoren mit Batterien und versieht sie mit einer umfassenden Steuerungsintelligenz. Damit können wir den Dieselverbrauch um bis zu 50% und die Laufzeit von Dieselgeneratoren um bis zu 75% reduzieren. Das bedeutet für den Kunden eine massive Kostensenkung und auch eine signifikante Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen. Wir gehen aber noch weiter. Gekoppelt mit unserer „Monitoring& Control“ Lösung können wir diese Anlagen auch fernüberwachen und –steuern.

Das führt zu einer erheblichen Einsparung auf der Wartungsseite und erhöht gleichzeitig die Verfügbarkeit der Mobilfunkstationen auf etwa 99,8%! Die Konkurrenz fokussiert in der Regel einen der beiden Aspekte, Optimierung der Generatoren oder Monitoring von Netzwerken. Wir kombinieren beide in einer Lösung.

Da die Energieversorgung keine Kernkompetenz von Telekom-Unternehmen ist, ist es ein starker Pitch, wenn sie diesen Bereich mit nur einem Partner abdecken können. Neben diesem kombinierten Angebot sind wir nach Einschätzung unserer Kunden mit der Qualität und Leistungsfähigkeit unserer Lösung vorn – wir arbeiten hart daran, diese führende Stellung zu erhalten und auszubauen!

financial.de: Wird diese Lösung in den nächsten Jahren Bestand haben, oder können Sie durch die Übernahme der italienischen Beteiligungen ACTA S.P.A. noch optimieren?

Dr. Gosztonyi: Die Roadmap von Heliocentris führt über Energieeffizienzlösungen für konventionelle Technologien heute zu Nullemissionslösungen morgen. Während wir das erstere derzeit stark skalieren, arbeiten wir intensiv an dem ultimativen Ersatz von Dieselgeneratoren durch Brennstoffzellenlösungen. Bis heute ist das wegen der hohen Kosten der lokalen Wasserstofferzeugung kommerziell noch nicht möglich. Mit der revolutionären Technologie von Acta sehen wir hier einen „game changer event“!

So ist Acta in der Lage, Elektrolyseure ohne Edelmetalle und damit zu deutlich niedrigeren Kosten herzustellen! Damit scheint der Weg nun frei, Dieselgeneratoren durch Brennstoffzellenlösungen zu ersetzen. Wir reden hier nicht mehr über Science Fiction. Wir sehen unsere erste kommerziell wettbewerbsfähige Lösung in etwa 2 bis 3 Jahren auf den Markt kommen. Dass wir mit Acta für den Telekommunikationsmarkt eine exklusive Vereinbarung für den Nahen Osten, Afrika und Deutschland geschlossen haben, wird uns noch viel Freude bereiten!

financial.de: Ineffiziente Stromnetze gibt es ja nicht nur im Nahen Osten, sondern quasi in allen Emerging Staaten. Sind Sie dort auch aktiv oder müssen Sie auch zuerst den Vertrieb aufbauen?

Dr. Gosztonyi: Das ist richtig. Afrika, Asien, Lateinamerika, selbst die Randbereiche von Europa stellen für uns ein Riesenpotential dar! Wir können aber nicht alles auf einmal machen. Der primäre Fokus heute liegt auf dem Nahen Osten und Afrika. Das sind zunächst die globalen Hotspots der Entwicklung im Mobilfunkmarkt, wo ein großer Teil des Wachstums erwartet wird. Zudem haben wir uns hier extrem gut vernetzt.

Neben top Kunden ist hier natürlich auch die strategische Beteiligung von NTEC, dem Technologiearm der KIA in Kuwait, zu nennen. Dies festigt unsere Reputation und öffnet natürlich viele Türen. Neben dem Nahen Osten und Afrika bearbeiten wir aber auch den asiatischen Markt und haben dort auch sehr renommierte Kunden wie zum Beispiel Hutchison, einem der am schnellsten wachsenden Mobilfunkbetreiber in Indonesien.

financial.de: Können Sie diese „Genset Efficiency“ Lösung auch als Referenz für andere Staaten verwenden?

Dr. Gosztonyi: Man könnte sich kaum eine bessere Referenz als „DU“ wünschen. „DU“ hat in nur wenigen Jahren einen Marktanteil von fast 50% in den VAE erarbeitet. Sie sind sehr professionell und setzen Standards. Innerhalb der Mobilfunkbranche werden sie weit über die VAE hinaus mit viel Anerkennung wahrgenommen und verfolgt. Mit einer solchen Referenz im Rücken erwarten wir eine deutliche Verkürzung unserer Akquise Zyklen.

financial.de: Sie haben im vergangenen Jahr auch nach Mosambik einen größeren Auftrag geliefert. Können Sie dort auch Nachfolgeaufträge akquirieren?

Dr. Gosztonyi: Wir liefern den Auftrag an mCell, dem größten Mobilfunkbetreiber in Mozambique, gemeinsam mit unserem Partner Telesite. Auch hier überzeugt die Leistungsstärke unserer Lösung. Wir sind sehr zuversichtlich, dass Telesite
das Momentum dieses Projektes zum Closing von diversen Gesprächen in der Region für neue Aufträge nutzen wird. Erste Testinstallationen für potentielle weitere Kunden werden bereits aufgebaut.


financial.de: Wie sicher sind Sie, dass Sie in 2013, ein positives Ergebnis ausweisen werden?

Dr. Gosztonyi: Wir planen in der zweiten Hälfte 2013 Breakeven zu gehen. Wir erwarten ein sehr starkes Umsatzwachstum und haben auch sehr klare Vorstellungen, wie wir immer weiter auch unsere Margen steigern können. Auf beiden
Seiten, Aufbau der Pipeline für die Umsatzskalierung wie auch Maßnahmen zur Margensteigerung, erzielen wir sehr gute Ergebnisse und sind daher zuversichtlich, dieses Ziel auch zu erreichen.


financial.de: Wo werden Sie Ihrer Meinung nach 2015 stehen?

Dr. Gosztonyi: Wir sind in einem sehr großen Markt mit Lösungen, die die aktuellen Herausforderungen dieses Marktes sehr gut adressieren. Wir haben top Referenzkunden, starke internationale Partner und ein umsetzungsstarkes Management. Wir sehen ganz klar das Potenzial, in 2015 einen Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe zu erzielen.

Daneben sehen wir auch den M&A Bereich als eine klare weitere Wachstumsoption. Mit der gelungenen Übernahme von P21 letztes Jahr, die strategische Beteiligung und damit Sicherung von umfangreichen Exklusivitäten bei Acta haben wir gezeigt, dass wir dieses Feld beherrschen und damit das Wachstum von Heliocentris deutlich beschleunigen können.

financial.de: Wie sieht Ihre geplante Auftragsentwicklung für das laufende Jahr aus?

Dr. Gosztonyi: Wir erwarten dieses Jahr eine Verdreifachung unseres Umsatzes und das Überschreiten der zehn Millionen Euro Schwelle! Der derzeitige Umsatz und Auftragsbestand untermauern diese Erwartung. Nicht umsonst reden wir von einer starken Skalierung! Der Mobilfunkmarkt ist mit knapp drei Millionen Basisstationen allein in unseren Zielregionen riesig, unsere Lösungen sehr gut positioniert, wir erwarten auch in den kommenden Jahren weiterhin starkes Wachstum.

Dafür sind wir nicht mal auf die Akquise immer neuer Kunden angewiesen, was wir aber selbstverständlich tun. Die schiere Größe unserer bestehenden Kunden sichert schon eine Fülle von Folgegeschäft, ganz zu schweigen von wiederkehrenden Lizenz-, Wartungs- und Serviceeinnahmen.

financial.de: Wie viel Prozent Ihrer Aktien liegt beim Management?

Dr. Gosztonyi: Beim Management liegen etwa 3 % der Anteile, zudem verfügen wir über Aktienoptionen. Wir sind sehr stolz und dankbar für unsere Shareholder Struktur. Die größten institutionellen Aktionäre sind wie schon genannt NTEC, der Technologiearm der KIA aus Kuwait, Conduit Ventures, ein Investment Fond von Shell, Mitsubishi, Solvay und anderen globalen Konzernen, die Beteiligungsgesellschaft bmp sowie eine gute Handvoll sehr erfahrene und teilweise auch bekannte industriellen Familien und Persönlichkeiten

financial.de: Hat das Management geplant, die Aktienposition weiter aufzustocken?

Dr. Gosztonyi: Unser Vorstandsvorsitzender hat erst kürzlich für 100.000 € privat Aktien gekauft. Mein anderer Vorstandskollege wie auch ich haben bereits signifikant privates Geld in die Gesellschaft investiert. Wir alle drei sind von den Wachstumsperspektiven von Heliocentris absolut überzeugt!

financial.de: Was macht Sie „confident“ bei der richtigen Firma zu arbeiten?

Dr. Gosztonyi: Nach viel Vorarbeit in den vergangenen Jahren stehen wir mitten im kommerziellen Rollout unserer Lösungen. Diese sind nicht nur höchst innovativ, sondern passen auch extrem gut zu den akuten Bedürfnissen unseres Zielmarktes.

Unser Umsatz wird sich dieses Jahr voraussichtlich verdreifachen, der Breakeven ist im Rahmen der Skalierung abzusehen. Parallel haben wir ein extrem hochwertiges Netzwerk und Umfeld mit NTEC, Conduit und vielen anderen strategischen Partnern aufgebaut, aus dem immer spannendere Opportunitäten mit beeindruckendem Potential erwachsen. Diese Beschleunigung zu erleben ist ein regelrecht beflügelndes Erlebnis, was ich nicht missen möchte! Allerdings müsste ich die Frage anders beantworten, wenn ich nur auf die Arbeitsstunden schaue.

financial.de: Sie haben doch sehr namhafte Großaktionäre, können diese nicht noch eine Kapitalerhöhung zeichnen, um im Vertrieb richtig „Gas zu geben“?

Dr. Gosztonyi: Um nachhaltig und solide zu wachsen, muss das gesamte Unternehmen mit dem Wachstum Schritt halten. Eine Verdreifachung des Umsatzes, erfordert auch die Erledigung diverser interner Aufgaben im Bereich Wachstumsmanagement.

Wir wollen das Unternehmen nicht durch ein noch steileres Wachstum aus dem Tritt bringen. Aber selbstverständlich tun wir alles, um sehr aggressiv zu wachsen. Die Einstellung einer Persönlichkeit wie Herrn Abul-Ella, unserem CEO mit seinem umfangreichen Managementhintergrund in Industrieunternehmen wie Siemens, Infineon oder AMD, als neuen CEO, unterstreicht das überdurchschnittlich hohe Committment unserer Großaktionäre, das Wachstum von Heliocentris in Richtung dreistelligen Millionenumsatz zu forcieren.

financial.de: Inwiefern müssen Sie Ihre Preisstellung bei den „Genset Efficiency“ Lösungen ändern, damit Ihre Kunden auch tatsächlich Ihr gutes Know-how vergüten?

Dr. Gosztonyi: Das ist eine sehr gute Frage, der wir auch sehr viel Aufmerksamkeit schenken. Der Nutzen für den Kunden ist enorm, wir wollen daran auch signifikant partizipieren. Wir haben bereits eine Reihe von Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität der Projekte eingeleitet und sind mit den bisher erzielten Ergebnissen sehr zufrieden.

Das fängt mit der Anpassung des Pricings nach dem erfolgten „Proof of Concept“ an, geht über das Etablieren neuer Angebotsmodelle bis hin zur aggressiven Straffung der Supply Chain. Es besteht aber noch weiteres deutliches Steigerungspotential, was wir Schritt für Schritt heben und in den Zahlen zeigen werden!

financial.de: Besten Dank für das Gespräch.

Foto: Dr. Gosztonyi, Heliocentris GmbH

 

Quelle:

http://www.financial.de/unternehmen/management-interview/heliocentris-%E2%80%9E-erwarten-dieses-jahr-eine-verdreifachung-des-umsatzes%E2%80%9C/

und

http://www.heliocentris.com/en/company/press/press-releases.html

KONTAKT

Dr. András Gosztonyi
CFO / Managing Director
Heliocentris Energy Solutions AG
+49-(0)30-340601-560
a.gosztonyi@heliocentris.com